Die Hauptursache für Übergewicht (Teil 1/2)

Dass wir uns heutzutage so vielen Problemen bezüglich des Körpergewichts konfrontiert sehen, hat meiner Meinung nach, einen simplen Grund.

Wir konzentrierten uns in der Vergangenheit und konzentrieren uns auch heute noch auf die falschen Stellschrauben, wenn es um das Thema Abnehmen geht. Im letzten Beitrag konnte ich dir hoffentlich erklären, warum dazu so viele unterschiedliche Meinungen gibt und wo diese Kontroversität ihren Ursprung hat. Demnach solltest Du offen für eine weitere „Meinung“ sein. Es ist eine Meinung, die ich selbst am eigenen Körper praktiziere und allen meinen Abnehmer(innen) unglaublich weiterhilft. Die folgenden Zeilen werden sich für dich lohnen!

Hormone sind verantwortlich für die Gewichtszunahme

Denn ich behaupte und bin davon überzeugt, dass Abnehmen nicht daran scheitert, dass wir zu wenig auf die Kalorien achten oder zu selten zum Sport gehen. Ich werde später noch genauer darauf eingehen und meine Stellung ausführlich erklären.  Stattdessen behaupte ich, dass Hormone hauptverantwortlich für die Verbreitung des Übergewichts sind. Dementsprechend sollten wir uns auch auf die konzentrieren, wenn wir effektiv unser Körpergewicht reduzieren wollen.

Bei dem Begriff Hormone, schrecken erfahrungsgemäß die meisten Personen im ersten Moment zurück. Es kommen Gedanken von Hormontherapie oder Ähnlichem in den Kopf. Doch keine Angst. Es geht nicht um von Hormone, die man sich künstlich von Außen zuführen muss.

Hormone nehmen einen viel zu hohen Stellenwert in unserem Leben ein, als dass ich empfehlen würde, in den sensiblen Hormonhaushalt einzugreifen. Schließlich sind sie für viel mehr von Bedeutung, als die meisten von uns ahnen. Zum einen bestimmen sie maßgeblich unsere Gefühle und unsere Stimmung. Zum anderen- und das dürfte dich gerade umso mehr interessieren, haben sie auch einen erheblichen Einfluss auf unseren Körper und dessen Gewicht. Sehr deutlich wird das beispielsweise beim Hormon Testosteron, das sich manche Kraftsportler extern zuführen, um mehr Muskelmasse aufzubauen.

Abseits vom Doping macht sich der Einfluss der Hormone auf den Körper bei jedem von uns bemerkbar. Während sich Mädchen und Jungen im Kindesalter noch relativ ähnlich sehen, ändert sich das im Laufe der Pubertät dramatisch. Neben anderen physiologischen Veränderungen ist für uns äußerst interessant, dass Frauen auf ganz natürlicher Weise mehr Körperfett ausweisen als Männer. Schonmal interessant oder? Obwohl sie weniger essen und weniger Muskulatur haben, haben sie einen höheren Körperfettanteil. An den Kalorien liegt das offensichtlich nicht. Es liegt auf der Hand, dass das an den körpereignen Hormonen liegt.

Ein Ungleichgewicht körpereigener Hormone ist der Grund für Übergewicht

Und genau auf diese körpereigenen Hormone möchten wir uns konzentrieren. Natürlich geht es nicht darum Sexualhormone zu verändern. Frauen sollen ihre Weiblichkeit behalten und Männer ihre Männlichkeit. Es geht um ein ganz anderes Hormon, das bei Männern und Frauen gleichermaßen gebildet wird, aber dessen Produktion außer Kontrolle geraten ist.  Denn Übergewicht ist kein Zustand eines Ungleichgewichts von Kalorienaufnahme und Kalorienverbrauch, sondern ein hormonelles Ungleichgewicht. Bei diesem Ungleichgewicht steht das Hormon Insulin im Mittelpunkt.

Übergewicht ist ein Zustand eines hormonellen Ungleichgewichts

Meine Behauptung ist, dass wir an Übergewicht leiden, weil die Insulinproduktion aus dem Gleichgewicht geraten ist, aus deren mittelbaren Folge wir ständig erhöhte Insulinspiegel haben. Genau diese erhöhten Insulinspiegel sind es, die einem erfolgreichen Gewichtsverlust im Wege und sind die Ursache, dass der Abnehmerfolg trotzt strenger Kalorienkontrolle auf sich warten lässt. Wie ich zu dieser Behauptung komme, möchte ich nun ausführlich erklären. Doch als erstes gilt es, das Hormon Insulin und dessen Funktionen vorzustellen.

Die Funktionsweise von Insulin

Aus dem vorherigen Beitrag weißt Du, dass ich beim Begriff „Wissenschaft“ sehr vorsichtig bin. Daher möchte ich noch kurz erwähnen, dass die im folgenden beschriebenen Abläufe zwar eine wissenschaftliche Basis haben, es jedoch das Ziel ist, die Vorgänge im menschlichen Körper möglichst verständlich zu vermitteln. Daher hoffe ich, dass Du mir geringe Ungenauigkeiten zugunsten der Verständlichkeit verzeihst. Für alle, die sich die genauen biochemischen Abläufe zur Gemüte führen möchten, kann ich „Biochemie und Pathobiochemie“ von Peter C. Heinrich, Matthias Müller und Lutz Graeve wärmstens ans Herz legen.

Insulin als Schlüssel für das Zellschloss

Insulin ist den meisten Menschen im Zusammenhang mit der Stoffwechselerkrankung Diabetes Typ 1 oder 2 ein Begriff. Die externe Zufuhr von Insulin könnte den Anschein erwecken, es handle sich um ein Medikament. Jedoch ist Insulin ein Hormon, das beim gesunden Menschen täglich in ausreichendem Maß in den Betazellen der Bauchspeicheldrüse gebildet wird. Tatsächlich handelt es sich beim Insulin um ein lebensnotwendiges Hormon. Das ist auch der Grund, warum es sich Diabetiker extern zuführen muss. Ein Leben ohne Insulin wäre nicht möglich, da denn es ist das einzige Hormon ist, das in der Lage ist, den Blutzuckerspiegel zu senken und die Zellen mit Energie zu versorgen.

Die Wirkungsweise von Insulin auf die Zellen kann man sich wie bei einem Türschloss vorstellen. Insulin ist sozusagen der Schlüssel, der das Schloss der Zelle öffnet, damit sie mit Nährstoffen versorgt wird und ihrer Arbeit nachgehen kann. Bevor jedoch Insulin als Schlüssel fungieren kann, muss die aufgenommene Nahrung erst den Weg über die Verdauungsorgane bis ins Blut gehen. Dort angekommen erhöht sie den eben genannten Blutzuckerspiegel.

Das wiederum ist ein wichtiger Auslöser für die Bauchspeicheldrüse Insulin zu produzieren. Denn für den Körper hat es keinen Nutzen, wenn die wichtigen Nährstoffe in der Blutbahn herumschwimmen. Das Blut dient hierbei nur als Transportmittel, um die Zellen zu versorgen. Tatsächlich können zu hohe Blutzuckerspiegel die Gefäßwände schädigen und uns im Extremfall ins diabetische Koma versetzen. Um das zu verhindern kommt also Insulin ins Spiel. Indem es als Schlüssel fungiert, öffnet es die Zellen und schleust die Nährstoffe hinein, was wiederum den Blutzuckerspiegel senkt.

Die Wirkungsorte des Insulins im Körper

Insulin sorgt bei den verschiedensten Zellen für die Energieversorgung. Gehirnzellen können durch den zur Verfügung gestellten Zucker denken, während sich Herzzellen mit der Energie um regelmäßige Herzschläge kümmern. Jedoch beendet Insulin seine Aufgabe nicht, nachdem alle lebenswichtigen stoffwechselaktiven Zellen wie Muskel-, Herz- oder Gehirnzellen versorgt sind. Die überschüssige Energie in Form von Blutzucker muss irgendwo verstaut werden. Blutzucker besteht übrigens aus Glukose. Mehr dazu in einem späteren Beitrag, in dem ich die Kohlenhydrate näher vorstelle. Ein Teil der Glukose füllt die körpereigenen Glykogenspeicher.

Glykogenspeicher sind vergleichbar mit Fettdepots, sind also Energiespeicher. Anstatt in Form von Fett, wird in den Glykogenspeicher jedoch Glukose gespeichert. Sie sind für die kurzfristige Energiespeicherung verantwortlich und befinden sich in der Leber und an Muskeln. Wenn diese allerdings gefüllt sind, kommen unsere ungeliebten Fettzellen ins Spiel. Wie ein Logistiker, der sein Lager nicht unter Kontrolle hat, kramt das Insulin den gesamten Überschuss an Glukose, nachdem die Leber die Glukose umgewandelt hat, in die Fettzellen. Das voranginge Ziel besteht schließlich immer noch darin den Blutzuckerspiegel zu senken.

Probleme mit Insulin und Übergewicht sind kontextabhängig

Ansatzweise wird hierbei bereits deutlich, dass Insulin nicht generell zu verteufeln ist. Für den Sportler ist ein hoher Insulinausstoß nach Sporteinheiten im Sinne des Muskelwachstums, der Regeneration- und der Leistungsfähigkeit wünschenswert. Das Problem manifestiert sich vor allem bei einer sich nicht sportliche betätigenden Person. Hat sie dauerhaft erhöhte Insulinspiegel, wird der Körper ständig dazu animiert, überschüssige Energie in den Fettzellen zu speichern.

Wir erkennen also, dass Insulin ein Speicherhormon ist. Daher kommt übrigens auch der Begriff „anabol“ , der dem Insulin zugeschrieben wird. Hat man das Ziel Gewicht zu verlieren, ist eine Energiespeicherung beziehungsweise ein hoher Insulinausstoß folglich das letzte, was man erreichen möchte. Dauerhaft erhöhte Insulinspiegel stellen beim Abnehmen insbesondre deswegen ein Problem dar, da sich der Körper entweder in einem Zustand befinden kann, in dem er Energie und Nährstoffe speichert, oder in einem, in dem er Energie und Nährstoffe verbraucht.

Das bedeutet: Wenn wir hohe Insulinspiegel haben, unseren Körper also in einen Speicherzustand versetzen, wird es unmöglich für ihn Fett zu verbrennen, weil Insulin die Hormone, die dafür zuständig wären, hemmt. Dann kommt es auch nicht zwingend darauf an, wie viele Kalorien wir aufnehmen. Das viel wichtigere ist, wie der Körper mit diesen Kalorien umgeht, ob er sie speichert oder verbraucht.

Der Zusammenhang zwischen Kalorien und Insulin

Der ein oder die andere wird jetzt sicherlich argumentieren, dass er/sie mit einer kalorienreduzierten Diät vortrefflich abgenommen hat, obwohl er/sie sich nicht auf das Insulin konzentriert hat. Dazu kann ich zwei Dinge erwidern: Erstens beeinflusst eine kalorienreduzierte Diät auch den Insulinspiegel, weil dieser wiederum von der Nahrungsaufnahme beeinflusst wird. Du hast also unbewusst dein Insulin in gewisser Weise beeinflusst. Zweitens hast du nicht den effizientesten Weg gewählt und hättest um einiges mehr essen können. Denn nicht alle Kalorien sind gleich beschaffen. Kalorien und Insulin gehen oft einander einher. Aber eben nicht immer.

Ich denke diese „Meinung“ sollte man erst einmal einige Zeit sacken lassen. Daher teile ich das Thema in zwei Teile auf. Außerdem habe ich eine Aufgabe für dich bis nächste Woche. Mache dir einmal Gedanken, wie du deine kalorienreduzierte Diät in der Vergangenheit aufgebaut hast. Überlege dir, was du wann gegessen hast. Dann wirst Du dich im nächsten Beitrag umso mehr darüber freuen, zu erfahren, wie das Machtverhältnis zwischen Kalorien und Insulin aufgebaut ist und woran man über die Theorie hinaus erkennen kann, dass Insulin und nicht die Kalorien tatsächlich der unmittelbare Grund für Übergewicht ist.

Ich wünsche dir eine wunderschöne Vorweihnachtszeit und viel Spaß beim Plätzchen essen. 🙂

 

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3 Kommentare zu „Die Hauptursache für Übergewicht (Teil 1/2)“

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Alexander Wunsch
Coach

Dieser Blog richtet sich an jeden, der Probleme mit dem Körpergewicht hat und/ oder sich im Dschungel der Gesundheitsinformationen nicht mehr auskennt.

Alex
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