Ohne Diät abnehmen

Nachdem es im letzten Beitrag darum ging, sich bewusst zu machen, dass im Mittelpunkt jedes Abnehmvorhabens die Lebensqualität steht, geht es diesmal darum, sich die Frage zu stellen, was man machen muss, um sich von den gewohnten Methoden zu verabschieden. Man ist zwar schon jeder Diät einige Schritte voraus, wenn man das Endziel, also sein WARUM (siehe letzten Beitrag) definiert hat, dennoch reicht es natürlich nicht nur das Ziel zu kennen. Man muss auch wissen, was das Problem ist, das dafür sorgt, dass wir nicht da sind, wo wir eigentlich sein wollen.

Doch selbst das reicht nicht. Man muss auch wissen, was die richtige Lösung für das bestehende Problem ist. Wenn Du dir jetzt denkst: „Ja schwafel doch nicht. Ich weiß schon, was das Problem ist. Ich fress einfach zu viel und beweg mich zu wenig.“, dann möchte ich dich kurz auf folgendes hinweisen.

  1. Du hast ein negatives Bild von dir (das vermutlich dadurch entstanden ist, weil keine Diät geklappt hat [was auch kein Wunder ist, weil sie zum Scheitern verurteilt sind])
  2. Du bist wieder im klassischen Diätdenken (von dem wir uns gerade versuchen, zu befreien)

Die Devise „Friss weniger und beweg dich mehr“(FWUBDM)

Kurzer Gedankenanstoß. Wir sind alle davon überzeugt, dass das das Problem und die Lösung in einem ist. Wir sind übergewichtig, weil wir A) zu viel essen und B) uns zu wenig bewegen. Denn wie die Jünger an Jesus, glauben wir an das heilige Kaloriendefizit. Daraus schließen wir auch auf die beiden Lösungsmöglichkeiten. Doch auch selbst wenn eine unausgeglichene Kalorienbilanz der Grund für Übergewicht wäre, selbst dann wäre der Lösungsvorschlag „FWUBDM“ sehr primitiv.

Das wäre so, als wenn man einem Menschen mit Alkoholproblem, der das Trinken aufhören möchte, als Lösung für sein Problem vorschlagen würde, das trinken aufzuhören. Der Satz hört sich dumm an, ist er auch. Denn was ist den das für eine dummer Lösungsvorschlag? Problem: Alkohol. Lösung: Alkohol weglassen. Danke für nichts.

Doch genau das machen wir, wenn wir Übergewichtigen sagen, sie sollen weniger essen und sich mehr bewegen. Das ist nichts anderes als eine Symptombehandlung. Das Problem löst es noch lange nicht. Ich möchte gar nicht darauf eingehen, welche Ursachen eine Alkoholsucht haben kann. Was ich damit nur verdeutlichen wollte ist, dass Übergewicht viel komplexer ist und nicht an einer einzigen Sache (der Kalorienbilanz) erklärt werden kann. Und damit kommen wir auch schon zum Preis, den wir für dauerhaften genussvollen Abnehmerfolg zahlen müssen.

Der Preis der Freiheit von Diäten

Bisher befreit meine Herangehensweise von vielen Beschwerlichkeiten und falschen Glaubenssätzen, denen Du dich auf deinem Weg zum Wunschgewicht konfrontiert sahst. Ich denke, es ist für dich auch erleichtern zu erfahren, dass nicht Du das Problem für den ausbleibenden Erfolg warst, sondern deine Methode einfach unklug gewählt war.

Zur Erinnerung: Ich behaupte, dass weder Sporteinheiten noch Kalorienzählen notwendig sind und lege nahe, sich von jeglichem Diätdenken zu verabschieden. Klingt ja eigentlich ganz gut oder? Zudem kann ich sagen, dass JEDER und JEDE meine(r) Abnehmer(innen) damit erfolgreich abnimmt. Doch damit Abnehmen ohne Diät auch funktioniert, müssen wir folgendes tun: uns auch wirklich vom Diätdenken verabschieden. Konkret bedeutet das, wir müssen einen viel längeren Zeitraum betrachten und einen neuen Zeithorizont einnehmen.

Der Faktor Zeit

Wie bereits beschrieben sind die Grundvoraussetzungen für langfristigen Abnehmerfolg ein richtiges Warum und sich nicht auf das falsche Was (Kalorien) zu konzentrieren. Nun  möchte ich noch eine weitere Komponente einführen. Das Thema Zeit. Denn bedingt durch den Zwang, den wir uns durch eine Diät auferlegen, neigen wir dazu, in möglichst kurzer Zeit abnehmen zu wollen. Wir gehen mit der Einstellung „Viel hilft viel“ ans Werk und rutschen schnell ins klassische Diätdenken. Wie wir wissen, verfehlt diese Herangehensweise aber den eigentlichen Sinn der Gewichtsabnahme, weil sie in den meisten Fällen zu sehr auf Kosten der Lebensqualität geht.

Die magische Abnehmformel

Um den Drang schnellen Gewichtsverlust zu unterdrücken und die Nutzlosigkeit vor Augen zu führen, hilft es langfristiges Abnehmen nach folgender Gleichung zu betrachten.

Langfristiger Abnehmerfolg = Gewichtsverlust * Lebensqualität

Hinter dieser primitiven Formel steckt mehr, als es auf den ersten Blick scheint. In der Grundschule haben wir schon gelernt, dass eine Multiplikation mit Null immer Null ergibt. Achten wir also verkrampft auf unsere Kalorien und ernähren uns jeden Tag von Diätshakes und Kartoffelsuppe, senkt das unsere Lebensqualität vermutlich auf 0. Selbst wenn der Gewichtsverlust in dieser Zeit beträchtliche Ausmaße annehmen sollte, bringt das für unsere eigentliche Zielerreichung und dem langfristiges Abnehmerfolg nichts. Denn nach der Diät, nehmen wir wieder zu. Dementsprechend ist der langfristige Abnehmerfolg auch bei 0.

Ich möchte auch niemanden den Vorwurf machen, immer wieder in diese Denkweise zu rutschen. Schließlich bekommen wir von den auf dem Markt befindlichen Abnehmprogrammen nichts anderes vermittelt. Wir sollen Kalorien zählen, schweißtreibende Sporteinheiten über uns ergehen lassen und den absurdesten aller Gedanken verfolgen und Lebensmittel mit Punkte ausstatten, um uns jeden erdenklichen Spaß am Essen für immer zu verwehren.

Der richtige Zeithorizont

Zusammengefast bedeutet das für uns folgendes: Möchten wir schnell Gewicht verlieren und es nicht halten, dann sollten wir einen Zeitraum von ca. 12 Wochen in Betracht ziehen. Möchten wir hingegen dauerhaft unser Gewicht verlieren und halten, müssen wir den Zeitraum maximal ausweiten. Tendenziell bis zum Ende unseres Lebens. Denn wir möchten nicht drei, vier, fünf oder sechs Wochen gesund und schlank durchs Leben gehen, sondern am liebsten für immer. Anders ausgedrückt. Wir möchten eine dauerhafte Veränderung unseres momentanen Zustands. Das erreichen wir, aber nur, wenn wir unser Verhalten dauerhaft ändern. (Sorry für die Ehrlichkeit, ich bin einfach kein guter Verkäufer) Eine kurzfristige Diät kann so gesehen auch nie die Lösung sein.

Verständnis über Ernährung

Nur den Faktor Zeit zu verändern reicht jedoch nicht. Man brauch darüber hinaus ein grundlegendes Verständnis über den Körper und Ernährung. Erst wenn man versteht, wie der eigene Körper funktioniert und woraus Nahrung besteht, wird man erfolgreich und langfristig abnehmen und das Gewicht auch halten können. Das Schöne dabei ist außerdem, dass man sich anschließend viele Ernährungsmythen selbst beantworten kann.

Die Holzspäne-Diät

Im Gegensatz zu vorgefertigten Programmen bringt es jedoch den Nachteil mit sich, dass man nicht stur an einen Plan halten kann, sondern selbst zu Denken aufgefordert wird. Wenn es in der „Holzspänediät“ beispielsweise heißt: „Iss nur Holzspäne“, dann kann das eigentlich jeder Trottel ohne viel Anleitung durchführen. Diese Herangehensweise ist zwar schön leicht durchzuführen und wird von vielen der Einfachheit wegen auch gewünscht, hat aber mit einer langfristigen Abnehmstrategie nichts zu tun. Wenn man so will, eine klassische Zielverfehlung, die weit von einer Steigerung der Lebensqualität entfernt ist. Detailliert vorgefertigte Pläne können also nicht die Lösung sein. Deshalb halte ich davon auch nichts. Denn wie hoch ist denn die Wahrscheinlichkeit, dass ein Plan den Coach Fridolin erstellt hat, genau meinen Vorlieben entspricht? Ich wage zu behaupten, sie ist verschwindend gering.

Das schlechte Gewissen

Daher möchte ich das nötige Wissen vermitteln und Abnehmwilligen die große Unsicherheit nehmen, der sie sich häufig konfrontiert sehen. Denn leider beobachte ich immer wieder, dass Menschen, die eine bestimmte Diät verfolgen im Grunde keine Ahnung darüber haben, warum der Diätplan in einer gewissen Weise aufgebaut ist. Entfernen sie sich vom Plan, beispielsweise, wenn sie bei einer sozialen Veranstaltung sind, fühlen sie sich unsicher und wissen nicht, was sie im Rahmen ihrer Diät essen dürfen. Sobald sie nur im Geringsten vom Plan abweichen, meldet sich das schlechte Gewissen bei ihnen nahezu automatisch.

Aus der Feier, auf die man sich schon Wochen freut, kann dann ganz schnell eine Situation entstehen, in der man mehr Reue als Freude verspürt. Das ist einfach nur schade. Denn mit dem nötigen Wissen wäre Genuss und Gewichtsverlust leicht kombinierbar. Wenn Du dich wiedererkennst, dass Du instinktiv für das gute Gewissen auf das Salatbufett zusteuerst, obwohl du eigentlich Bock auf Pommes hast, dann bist du hier genau richtig! Denn solche Situationen wirst Du in Zukunft leicht meistern können. Ich denke, bei Familienfesten und sonstigen Events nicht mehr verzichten zu müssen und sich vollends den Gaumenfreuden hingeben zu dürfen, sollte für jeden Motivation genug sein, sich intensiver mit dem Thema Ernährung zu beschäftigen.

Denn nicht nur der Zuwachs an Wissen an sich rechtfertigt die Bemühungen, auch wegen der enormen Zunahme an Flexibilität lohnt es sich. Die Freiheit hat zwar seinen Preis, aber angesichts der zukünftigen Erträge, wäre es unklug den Deal nicht einzugehen.

Schritt für Schritt abnehmen

Langfristiger Abnehmerfolg verlangt also einen Einsatz. Damit sind wir auch endlich beim „Wie“ angekommen. Das „Wie“ beinhaltet die richtigen Verhaltensweisen, Gewohnheiten und Glaubenssätze, die dazu dienen, dass wir automatisch den Gewichtsverlust halten können, ohne nachdenken zu müssen, was man essen darf und was nicht.

Und genau darum geht es auch in den folgenden Beiträgen. Denn wir müssen diesen Einsatz nicht auf einmal erbringen. Es genügt, wenn wir Schritt für Schritt neue Gewohnheiten etablieren. Wenn das für dich demoralisierend klingt, weil ich dir nichts Magisches verkaufen möchte, dann ist der Blog vermutlich das falsche für dich. Denn die heilige Abnehmpille wurde noch nicht entdeckt.

Ich kann dir keinen Weg zeigen, wie Du ohne Veränderung abnehmen kannst. Aber ich kann dir einen Weg aufzeige, wie Du Schritt für Schritt die richtigen Gewohnheiten für die richtigen Probleme einschleifst. Wenn sich das für dich nach einem guten Deal anhört, dann ist mein Blog das Richtige für dich. Denn dann bist du ein optimistischer Realist! Du wirst an Veränderungen nicht vorbei kommen, wenn Du abnehmen möchtest. Und, weil du vermutlich nicht nur optimistischer Realist, sondern auch ein Genießer bist, ist die Herangehensweise für Dich geeignet, wenn Du kein Freund von abrupten, radikalen Veränderungen bist. Sehe es doch einmal so. Alles, was einen Wert hat, hat auch seinen Preis. Die Frage ist nur, ob wir diesen Preis bezahlen möchten.

Kleiner Gedankenanstoß: Du hast auch nicht von heute auf morgen Übergewicht bekommen. Also solltest Du auch nicht erwarten, von heute auf in 12 Wochen mit einer Diät alles zu verlieren. Wichtig ist aber, dass irgendwann mal heute ist und man anfängt die erste Veränderung im Leben anzustoßen und den Stein ins Rollen zu bringen. Dank Corona haben wir alle mehr Zeit uns Gedanken zu machen, welche Gewohnheit dauerhaft unser Leben verbessern würde. Wenn Du nicht weißt, welche Gewohnheit die beste wäre heute zu entwickeln um in einem Jahr dünner zu sein, dann kannst Du dich auf die nächsten Beiträge freuen. Natürlich kannst Du mich auch kontaktieren, wenn Du noch 2020 den ersten Schritt gehen willst. Ich freu mich, bis dann 🙂

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1 Kommentar zu „Ohne Diät abnehmen“

  1. Hallo Alexander

    ich bin durch Zufall auf deine Webpräsenz aufmerksam geworden und diese gefällt mir doch recht gut.
    Weiter so, und noch viel Erfolg und Gesundheit wünsche ich dir!
    Liebe Grüße
    SimB

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Alexander Wunsch
Coach

Dieser Blog richtet sich an jeden, der Probleme mit dem Körpergewicht hat und/ oder sich im Dschungel der Gesundheitsinformationen nicht mehr auskennt.

Alex
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